Berater als QM-Beauftragter

Qualitätsmanagement - Archiv

Die Qualitätsnorm ISO 9001:2008 enthält im Abschnitt 5.5.2 eine scheinbare Neuregelung zur Position des Leitungsbeauftragten, sprich: des QM-Beauftragten im Unternehmen (QMB). Darin ist nun die Rede von einem "Mitglied der Leitung der Organisation". Das hat bei vielen Unternehmen zu der Frage geführt, ob Berater zukünftig noch QM-Beauftragte sein können oder nicht.

Die Normenkommission ist scheinbar auf dem besten Wege, Beratern in einigen Punkten die Möglichkeiten der fachlichen Unterstützung im Managementsystem bis hin zum Eingreifen in die Unternehmensprozesse zu versagen. Daher wird der genannte Abschnitt 5.5.2 auch dahin gehend interpretiert, dass Berater keine QMB mehr sein können. Aber das ist nicht der Fall. In der Norm ist die Aufgabe des QMB klar definiert, seine Verantwortungen und Befugnisse sind benannt (Absch. 5.5.2, Pkte. a) bis c)). Wenn Unternehmen einen Berater as QMB beauftragen, müssen sie eine entsprechende Vereinbarung mit ihm treffen, die sich auf diese Normpunkte beziehen, d.h. dem Berater werden genau diese Verantwortungen und Befugnisse formal übertragen. Das kann in einer Vereinbarung oder einem Beratervertrag geschehen. Nun ist es Sache des Beraters, seine Funktion als QMB normgerecht wahrzunehmen. Er hat einen Zeitplan aufzustellen, wann er zu welchem Normabschnitt im Unternehmen präsent ist und die Umsetzung und Weiterentwicklung des eingeführten QM-Systems begutachtet. Ebenso berichtet er über die Ergebnisse seiner Arbeit in schriftlicher Form gegenüber der Unternehmensleitung. Umfang und Tragweite von Weisungsbefugnissen, die der Berater für seine Aufgabe im Unternehmen erhält, müssen im Einzelfall geklärt werden. Also: der Berater kann und darf weiterhin QM-Beauftragter im Unternehmen sein. Er muss seiner Aufgabe nur normkonform gerecht werden können und nachgehen.

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